Wort des Präsidenten

Jetzt auch noch das!  

Seit 6 Wochen schränkt uns die Coronakrise und die durch den Bund getroffenen Massnahmen in unserem persönlichen Wirkungskreis massiv ein. Seit 6 Wochen ohne Trainings, ohne Teamsitzung, ohne Wettkampf, ohne Emotionen. Bonjour Tristesse. Als wäre dies nicht schon genügend frustrierend, stellen wir wütend fest, dass die Stadt unser geliebtes Längfeld, bekannt als Wembley vom Seeland, einem Acker gleichgemacht hat. Kein einziges Grashälmchen hat überlebt. Und seit gestern wissen wir, dass wir den bereits in der Winterpause verdienten Aufstieg (aufgrund der Verlustpunkte klarer Leader) ans Bein streichen können. Von wegen Corona ! Ich vermute eine Verschwörung, die Stadt Biel und der SFV, FVBJ wollen uns mit allen Mitteln auf unserem Vorwärtsmarsch Richtung Profifussball ausbremsen. Neben dem sportlichen Fiasko droht nun auch noch das finanzielle Fiasko. Jaja, ihr könnt gut reden: think positiv, ist ja nur Amateurfussball, ist nur ein Hobby, Du bist ja gesund und so weiter…. Mir reicht’s. Ich bin dann mal weg!

 

Und bevor ein gewaltiger Shitstorm über mich hereinprasselt und der FCB34 vom Verband und der Stadt verbannt wird, hier noch meine ehrliche, persönliche Meinung zur aktuellen Situation:
Der März und April waren in beruflicher, privater und auch sportlicher Hinsicht sehr spezielle Monate. Privat stand vorerst die Organisation von Homeofficean . Gleichzeitig war für die Kinder Homeschool angesagt. Als Firmenkundenberater war v.a. die Zeit von Mitte März bis Ostern sehr intensiv, als es darum ging die Kunden in ihren Entscheidungen zu unterstützen und durch diese Zeit zu begleiten. Ich arbeitete abwechselnd eine Woche im Büro und eine Woche von zuhause aus, hatte vollen Zugriff auf unsere Systeme und führte sehr viele Telefonate. Sportlich gesehen waren es fussballarme Monate, zwar konnten wir anfangs März noch mit den 30er & 40er trainieren, aber kurzum waren auch die Trainingsplätze gesperrt und das Fussballtraining untersagt. Zum Glück konnte ich Ende Februar mein neues Bike abholen, welches im im Winter bestellt hatte. Fortan ging es jeweils 2-3x mit dem Bike in den Wald oder auf die Hügel.  Egal ob privat, sportlich oder beruflich, mir fehlen die physischen Kontakte und Begegnungen, das Dummschnure im Büro und der Garderobe, die Emotionen beim Fussballspielen und auch die Besuche von Restaurants und anderen Geschäften und Freizeiteinrichtungen.

 

Die Entscheidungen des Bundesrates werden zurzeit überall diskutiert und von allen Seiten kritisiert. Für die Einen war der Lockdown eine Frechheit und die schrittweise Öffnung viel zu langsam, während für Andere eine komplette radikale Ausgangssperre und ein Lockdown bis Ende Juni noch viel zu wenig vorsichtig wäre. Ich finde der Bundesrat hat vieles richtig gemacht, wenn man bedenkt welche Zahlen und Bilder im Zeitpunkt ihrer Entscheidungen zugrunde gelegen haben. Die schrittweise Rückkehr zur «Normalität» hätte aber meines Erachtens schneller erfolgen können. Persönlich finde ich den Ansatz, welcher Schweden gewählt hat, sehr interessant und bin gespannt wie es dort weitergeht. Ich hoffe nun, dass mit den gewählten Schritten die Ansteckungsquote tief bleibt aber nun auch wieder konsumiert wird. Bitte unterstützt die regionalen Geschäfte und unsere Inserenten und Sponsoren. Den Personen, die den Risikogruppen angehören, wünsche ich von Herzen viel Glück und Kraft in dieser Zeit.

 

Und betreffend Fussball ist es so gekommen wie ich es befürchtet habe: Die Saison wird abgebrochen ! Dieser Entscheid schmerzt.

Nach dem bitteren Abstieg letzten Sommer, hätte ich diesen Frühling/Sommer gerne das Rennen um Platz 1 in der Tabelle weiterverfolgt. Meiner Meinung nach, hätte die Wintertabelle gelten sollen. Ich hätte die Ersten aufsteigen lassen und die vermeintlichen Absteiger in den jeweiligen Ligen belassen. Ich hoffe einfach, dass wir Ende der Sommerferien in die Meisterschaft starten können. Egal in welchem Modus dann irgendwann gespielt wird, mit der Qualität und Leidenschaft unseres Fanionteams werden wir auch diese Herausforderung meistern! Das gleiche gilt auch für unser Zwöi, dass sich als Tabellenführer ebenfalls eine hervorragende Ausgangslage herausgespielt hat und jetzt um die Lorbeeren gebracht wurde. Für unsere Frauenmannschaft wie auch die Juniorenmannschaften ist der Saisonabbruch etwas einfacher zu verdauen, jedoch schmerzt die fussballfreie Zeit.

 

Für alle Teams würde ich die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes begrüssen. Ein weiterer Schritt in die Normalität. Klar hat das Zweikampfverhalten seinen Platz im Training und den Spielformen, aber es gibt unendliche Trainingsformen (Technik, Taktik, Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer)  die auch in der Mannschaft trainiert werden können ohne dass die Abstandsregel missachtet würden. Wir nehmen den Entscheid aber sportlich. Zumindest haben wir nun Klarheit betreffend der aktuellen Situation und können die nächste Saison planen.

 

Der Rasen vom Längfeld ist weg, die Bauunternehmer sind daran unser neues Stadion zu bauen. Die Tränen sind nun getrocknet und ich freue mich auf den neuen Platz.

Ich gehe davon aus, dass wir dann im 2021 unser gepflegtes Rasenschach zelebrieren können (hier meine ich den Fussball der 30er und 40er J). Dies doch noch als positives Schlusswort!

 

Stay strong & positive !  Hopp Bözinge ! Allez Boujean !

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